( - ) Kinderschutzbund Sachsen

Vom Anfang bis ... . . .
Antworten
Klaus
Beiträge: 207
Registriert: Sa 4. Feb 2017, 19:40

( - ) Kinderschutzbund Sachsen

Beitrag von Klaus » Mo 5. Jun 2017, 19:33

http://kinderschutzbund-sachsen.de/

5. 6. 2017

Sehr geehrter Herr Prof Gintzel, sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Klaus Klüber aus Alzenau, ich arbeite seit 16 Jahren als Hausmeister im örtlichen Spessart-Gymnasium.

Bedingt durch meine außerordentlich gewaltbetonte Kindheit, deren Dimensionen ich erst ab 2003/4 zu entdecken und deren Hintergründe zu erforschen begann, entdeckte ich im Rahmen meiner langjährigen biografischen Aufarbeitung 2010 mehr zufällig, wie auch unser Bildungswesen maßgeblich an zahlreichen gesellschaftlichen Missständen ursächlich beteiligt ist.
Deren Folgen in früh anerzogenen Anerkennungsdefiziten, Orientierungslosigkeit und Obrigkeitshörigkeit von vielen Schulabgängern nicht gleich auf den ersten Blick ersichtlich werden, jedoch in indirekter Folge eine geradezu verheerende Spur an gesellschaftlicher Verwüstung nach sich ziehen.

Diese Erkenntnisse habe ich vor dem Hintergrund meiner eigenen Biografie in zahlreichen Einzelaspekten in meinem kürzlich veröffentlichten Buch "Bildungsnot" zusammengefasst.
Damit nicht genug, habe ich auf meiner buchbegleitenden Initiativwebseite www.bildungsnot.de eine bundesweit angelegte "Bildungsnot-Initiative" gestartet, mit der ich nicht nur ein möglichst breites Handlungsbewusstsein wecken möchte, sondern unsere Mitbürger animieren möchte, meinen dargelegten Bildungsumbruch mitzutragen.
Dieser gliedert sich in mehrere Punkte auf.

Auf Ebene der gegenwärtigen Bildungssituation, strebe ich eine Verschiebung der inhaltlichen Bildungsschwerpunkte in Richtung Persönlichkeitsbildung und gesellschaftliche Harmonisierung mit folgenden Punkten an.

1. Gewaltprävention damit Kinder schon möglichst frühzeitig ein Gespür dafür entwickeln.
- was Gewalt eigentlich ist
- durch welche Mechanismen Gewalt entsteht
- in welchen verschiedenartigen Facetten Gewalt zum Ausdruck kommt
- wie sich Gewalt auf die Betroffenen auswirkt und
- wie jeder vorausschauend und deeskalierend auf Bedrohungen oder Provokationen reagieren kann.

Diese Maßnahme wäre mit dem riesigen Vorteil verbunden, wenn Kinder hiermit schon frühzeitig ein Gespür für ihre möglicherweise vorliegende Gewaltbetroffenheit erhalten und somit auf bereitstehende Hilfen zugreifen könnten. Womit wir gesamtgesellschaftlich vor exorbitanten Folgekosten bewahrt würden, die sehr häufig durch gewaltbetroffene Menschen erst viel später ausgelöst werden, wie z.B. alle Folgekosten von Kriminalität, Krankheiten etc.

2. Sensibilisierung von Eigen- und sozialem Verantwortungsbewusstsein durch:
- Sensibilisierung an Verantwortung sich selbst und der sozialen Gemeinschaft gegenüber
- umfassende Aufklärung über Gesundheit und Ernährung
- Aufklärung über Werbemanipulationen
- Aufklärung darüber, wie unser Finanzwesen funktioniert
- umfassende sexuelle Aufklärung.

3. Elternvorbereitung
- verbindliche pädagogische Grundausbildung für alle
- vermittelnde Aufklärung über die physischen und psychischen Entwicklungsvorgänge vom Kleinkind bis hin zu Heranwachsenden.
- Pflege- bzw. Grundausbildung bezüglich Kleinkindern und betagten Menschen.

4. abhängig von Schulform und Alter die Möglichkeit, einer einjährigen Schulunterbrechung für Schüler/innen
- um in allen Bereichen der Wirtschaft, Sozialwesen, Verwaltung, Kultur ein Gespür für die eigenen Neigungen und Fähigkeiten zu entwickeln.
- positiv, da in der Hochzeit der Pubertät ohnehin fast allen Schulkindern ihre Schulunterrichtung zum Hals raushängt.
- um anschließend weit motivierter ihre weiteren Bildungsziele anzugehen.
- auf höhere Bildungsabschlüsse verzichten zu können, wenn die anvisierte Berufswahl mit einem geringerem Bildungsabschluss zu erzielen ist.

5. Akzeptanz und gleichberechtigte Förderung alternativer Bildungskonzepte, wie sie in Bildungsnot skizziert vorgestellt wurden.
- durch von Schüler/innen selbst verwalteten Schulen
- durch Einbindung positiver Erfahrungswerte aus Privatschulen in unsere Regelschulen
- durch Förderung dezentraler Bildungs-Begegnungsstätten auf regionalen Ebenen.

Mit Grundzügen dieser Ideen wandte ich mich bereits seit 2005 an die Öffentlichkeit, um für Unterstützung meines Engagements zu werben.
Dies gelang jedoch vor dem stigmatisierenden Hintergrund von www.ex-Heimkinder.de nicht im wünschenswerten Umfang.

Heute dürfte es dahingehend deutlich besser aussehen.
Zumindest biete ich auf der Webseite Bildungsnot unterschiedslos allen Mitbürgern die Möglichkeit an, sich meinem Engagement und Ideen mit denkbar geringem Aufwand anzuschließen, in dem sie sich:

1. anonym oder mit Angabe von Namen/Adresse an einer Abstimmung auf meiner Webseite unterstützend teilnehmen. Ist an keinerlei Verpflichtungen verbunden.
2. sich der Bildungsnot-Initiative als Verbündete anschließen. (bitte explizit mitteilen) Ebenso ohne Verpflichtungen.
3. mit einem bereits vorbereiteten oder individuell verfassten Schreiben gegenüber unseren Bildungsverantwortlichen aktiv einfordernd auftreten.

Ein zukunftsgerichtetes Bildungswesen sollte nicht mehr darauf abzielen, unsere Kinder jahrgangsabhängig in unseren „Schulkasernen“ zu rekrutieren, um sie dort mit ungebührlichem Leistungsdruck auf ein niederschwelliges Niveau anzugleichen. Wir als Gesellschaft können nur alle davon profitieren, wenn Kinder stattdessen in ihren jeweiligen Fähigkeiten und Neigungen gefördert werden, um später im sprichwörtlichen Sinne zu ihrer Berufung zu finden.

Denn in diesem eklatanten Versäumnis erkenne ich eines der Hauptmerkmale, warum Menschen im Zusammenwirken von Anerkennungsdefiziten, beruflicher Orientierungslosigkeit und in Unkenntnissen von Ursachen und Wirkungen, in der Vergangenheit bis hin in die Gegenwart, in Kindern stets das Ventil fanden/finden, um dort den eigenen Frust der eigene Verletzungen abzuleiten.

Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Zusammenhänge allen Mitmenschen vermittelbar sind und wir daher zum Schutz von Kindern und Gesellschaft ein neuartiges Bildungsbewusstsein benötigen.

Auch dazu habe ich mir längere Zeit Gedanken gemacht und habe eine im Buch beschriebene visionäre "Schulform" entwickelt, die ich lange Zeit für einzigartig hielt.
Sieh auch: Ideen für Morgen
Doch wurde ich inzwischen darauf aufmerksam gemacht, dass es in der Schweiz eine anerkannte "Privatschule" gibt, die bereits seit 30 Jahren überaus erfolgreich mit einem ähnlichen Konzept arbeitet, wie ich eine solche Schule der Zukunft nur mehr als "Begegnungsstätten" deklariert habe.

Natürlich wäre die Annahme illusorisch, unser Bildungssystem von Null auf Hundert hinsichtlich visionärer Schulformen "umzukrempeln", aber wir könnten und sollten uns zumindest gemeinsam dafür einsetzen, dass unsere Bildungsverantwortlichen derartige Pilotprojekte unterstützen, sofern sich auf regionaler Ebene genügend interessierte Menschen zusammenfinden, um gemeinsam parallel zu unseren Regelschulen solche "Begegnungsstätten" zu ermöglichen.

Ich wäre sehr froh, wenn Sie mir dahingehend folgen, oder mich zumindest in den ersten genannten Punkten unterstützen könnten und sich - Ihren Einflussmöglichkeiten gemäß - an der Verbreitung dieser bundesweit angelegten Bildungsnot-Initiative in der öffentlichen Wahrnehmung beteiligen. Allein Ihre Abstimmungsbeteiligung, wäre bereits in Hinsicht auf Ihre Vorbildfunktion außerordentlich wichtig, um unseren Mitbürgern die Hemmschwelle zu nehmen, um sich gleichfalls dieser Initiative anzuschließen.

Gemeinsam haben wir die Kraft, uns weiter und die Welt zu verändern. Dazu benötigen wir lediglich das Verständnis, dass sich jeder von uns ein klein wenig einbringen sollte, um etwas Großes in Bewegung zu setzen.

Selbstverständlich stehe ich Ihnen weiter für vertiefende Gespräche zur Verfügung.

Einstweilen verbleibe ich mit besten Grüßen aus Alzenau
Klaus Klüber

Klaus
Beiträge: 207
Registriert: Sa 4. Feb 2017, 19:40

Re: Kinderschutzbund Sachsen

Beitrag von Klaus » Mo 10. Jul 2017, 16:04

Und hier die Antwort:

Sehr geehrter Herr Klüber,

ich bedanke mich für Ihre E-Mail, auf welche ich im Auftrag des Vorstandsvorsitzenden antworte, und entschuldige mich für die verspätete Antwort aufgrund der Vorferienzeit.

Sie führen darin eine wichtige Initiative für Kinder im schulischen Kontext auf. Dafür, dass Sie sich um die förderliche Entwicklung von Kindern einsetzen, gebührt Ihnen unser Dank.

Einige Ihrer Ansätze unterstützen wir bereits als Landesverband. So haben wir uns aktiv in die Novellierung des Sächsischen Schulgesetzes eingebracht. Ganz in unserem (und ihrem) Interesse sieht das Gesetz zur Weiterentwicklung des Schulwesens im Freistaat Sachsen nun u.a. vor, dass Schüler befähigt werden sollen, „selbständig, eigenverantwortlich und in sozialer Gemeinschaft zu handeln, eigene Meinungen entwickeln und Entscheidungen treffen, diese zu vertreten und den Meinungen und Entscheidungen anderer Verständnis und Achtung entgegenzubringen sollen.“

Das Schulsystem liegt in den Länderverantwortungen und entwickelt sich entsprechend der dort vorgegebenen Rahmenbedingungen. Jedem Kind sollen beste Chancen für ein gelingendes aufwachsen gegeben werden. Dafür setzen wir uns als sächsischer DKSB Landesverband ein und stellen uns der Herausforderung, diese Rahmenbedingungen zugunsten der Kinder und Jugendlichen gelingend zu verändern.

Aus unseren Arbeits- und Erfahrungszusammenhängen wissen wir, dass es eine ganze Anzahl engagierter Lehrer gibt, welche entsprechende Themen behandeln oder dass Schüler Projekte initiieren. Diese Projekte, z.B. „Schule ohne Rassismus“ werden von den Kommunen und Initiativen unterstützt. Allerdings wissen wir auch, dass die weiterführende Kompetenzvermittlung noch nicht von allen Schulen konsequent umgesetzt wird, da Schulen z.B. Hilfe und Unterstützung benötigen. Gerade mit unseren Kinderrechteangeboten geben wir Schulen diese Unterstützung. Um Schüler, Lehrer, Erzieher und insbesondere auch Eltern in ihrer Erziehungsarbeit zu stärken, sind wir dabei ein Curriculum zu entwickeln, das Kinderrechte stärker in die Schule verankern soll.

Eltern unterstützen wir als Kinderschutzbund mit unserem Elternstärkungsprogramm „Starke Eltern – Starke Kinder“® (www.sesk.de ), wir bilden hierzu die Kursleiter für die Regionen in Sachsen aus. Die psychische Entwicklung von Kindern und die Anleitende Erziehung sind dabei Modulinhalte. Die Orts- und Kreisverbände des DKSB in Sachsen sind in den Kommunen stets bemüht, mit den Schulen zusammen zu arbeiten. Die verschiedenen Projekte werden oft durch Kooperationsverträge, insbesondere mit den Grundschulen, gefestigt. Die Zusammenarbeit gestaltet sich z. B. schon recht gut beim Übergang von der Kindertagesstätte in die Schule oder auch in Anfängen bei der Begleitung von integrativen Maßnahmen.

Sehr geehrter Herr Klüber,

in unserer Funktion als Landesverband erhalten wir vielfältige Anfragen, oft verbunden mit dem Anliegen oder dem Wunsch nach Verlinkung und Weiterverbreitung. Bei allem Verständnis für die Themen und Anliegen, sehen wir uns aber nicht in Lage, private Aktionen und einzelne Initiativen zu unterstützen. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir Ihr Anliegen, welches durchaus positiv zu werten ist, nicht weiter unterstützen bzw. weiter verteilen.

Für Ihre Initiative wünsche ich Ihnen noch Erfolg und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast