( - ) Blick über den Zaun - Uni Hamburg

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Klaus
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( - ) Blick über den Zaun - Uni Hamburg

Beitrag von Klaus » Sa 3. Jun 2017, 10:39

http://www.blickueberdenzaun.de/

28. 5. 2017




Sehr geehrte Frau Fiedler, sehr geehrte Frau von Ilsemann, sehr geehrte Frau Kreutz, sehr geehrter Herr Niessen
sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Klaus Klüber aus Alzenau, ich arbeite seit 16 Jahren als Hausmeister im örtlichen Spessart-Gymnasium.

Bedingt durch meine außerordentlich gewaltbetonte Kindheit, deren Dimensionen ich erst ab 2003/4 zu entdecken und deren Hintergründe zu erforschen begann, entdeckte ich im Rahmen meiner langjährigen biografischen Aufarbeitung 2010 mehr zufällig, wie auch unser Bildungswesen maßgeblich an zahlreichen gesellschaftlichen Missständen ursächlich beteiligt ist.
Deren Folgen in früh anerzogenen Anerkennungsdefiziten, Orientierungslosigkeit und Obrigkeitshörigkeit von vielen Schulabgängern nicht gleich auf den ersten Blick ersichtlich werden, jedoch in indirekter Folge eine geradezu verheerende Spur an gesellschaftlicher Verwüstung nach sich ziehen.

Diese Erkenntnisse habe ich vor dem Hintergrund meiner eigenen Biografie in zahlreichen Einzelaspekten in meinem kürzlich veröffentlichten Buch "Bildungsnot" zusammengefasst.
Damit nicht genug, habe ich auf meiner buchbegleitenden Initiativwebseite www.bildungsnot.de eine bundesweit angelegte "Bildungsnot-Initiative" gestartet, mit der ich nicht nur ein möglichst breites Handlungsbewusstsein wecken möchte, sondern unsere Mitbürger animieren möchte, meinen dargelegten Bildungsumbruch mitzutragen.
Dieser gliedert sich in mehrere Punkte auf.

Auf Ebene der gegenwärtigen Bildungssituation, strebe ich eine Verschiebung der inhaltlichen Bildungsschwerpunkte in Richtung Persönlichkeitsbildung und gesellschaftliche Harmonisierung mit folgenden Punkten an.

1. Gewaltprävention damit Kinder schon möglichst frühzeitig ein Gespür dafür entwickeln.
- was Gewalt eigentlich ist
- durch welche Mechanismen Gewalt entsteht
- in welchen verschiedenartigen Facetten Gewalt zum Ausdruck kommt
- wie sich Gewalt auf die Betroffenen auswirkt und
- wie jeder vorausschauend und deeskalierend auf Bedrohungen oder Provokationen reagieren kann.
Diese Maßnahme wäre mit den riesigen Vorteil verbunden, da Kinder hiermit schon frühzeitig ein Gespür für ihre möglicherweise vorliegende Gewaltbetroffenheit erhalten und somit auf bereitstehende Hilfen zugreifen könnten. Womit wir gesamtgesellschaftlich vor exorbitanten Folgekosten bewahrt würden, die sehr häufig durch gewaltbetroffene Menschen erst viel später ausgelöst werden, wie z.B. alle Folgekosten von Kriminalität, Krankheiten etc.

2. Sensibilisierung von Eigen- und sozialem Verantwortungsbewusstsein durch:
- Sensibilisierung an Verantwortung sich selbst und der sozialen Gemeinschaft gegenüber
- umfassende Aufklärung über Gesundheit und Ernährung
- Aufklärung über Werbemanipulationen
- Aufklärung darüber, wie unser Finanzwesen funktioniert
- umfassende sexuelle Aufklärung. Damit Kinder möglichst kaum mehr für die Unzulänglichkeiten ihrer Eltern büßen müssen

3. Elternvorbereitung
- verbindliche pädagogische Grundausbildung für alle
- vermittelnde Aufklärung über die physischen und psychischen Entwicklungsvorgänge vom Kleinkind bis hin zu Heranwachsenden.
- Pflege- bzw. Grundausbildung bezüglich Kleinkindern und betagten Menschen.

Mit Grundzügen dieser Ideen wandte ich mich bereits seit 2005 an die Öffentlichkeit, um für Unterstützung meines Engagements zu werben. Dies gelang jedoch vor dem stigmatisierenden Hintergrund von ex-Heimkinder.de nicht im wünschenswerten Umfang.

Heute dürfte es dahingehend deutlich besser aussehen.
Zumindest biete ich auf der Webseite Bildungsnot unterschiedslos allen Mitbürgern die Möglichkeit an, sich meinem Engagement und Ideen mit denkbar geringem Aufwand anzuschließen, in dem sie sich
1. anonym oder mit Personenangaben einfach in die Unterstützerliste eintragen.
2. sich der Initiative als Verbündete anschließen. (bitte explizit mitteilen)
3. mit einem bereits vorbereiteten oder individuell verfassten Schreiben gegenüber unseren Bildungsverantwortlichen aktiv einfordernd auftreten.

Ich möchte Sie, bzw. Ihren Verband/Verein/Initiative herzlich bitten, meine Anliegen nach einer inhaltlichen Prüfung in allen möglichen Formen nach Kräften zu unterstützen.
Schließlich geht es zunächst einmal darum, mit möglichst seriösen Namen unseren Mitbürgern, die oft skeptischen Berührungsängste zu nehmen, um sich gleichfalls in möglichst großer Anzahl dieser Initiative anzuschließen.

Dann werden Sie in weiterer Folge auch so langsam zu begreifen beginnen, dass ein zukunftsgerichtetes Bildungswesen nicht mehr darauf abzielen darf, unsere Kinder jahrgangsabhängig in unsere Schulkasernen zu rekrutieren, um sie dort mit ungebührlichen Leistungsdruck auf ein niederschwelliges Niveau zu nivellieren, sondern wir als gesamte Gesellschaft davon profitieren werden, wenn Kinder in ihren jeweiligen Fähigkeiten und Neigungen gefördert werden, um später im sprichwörtlichen Sinne zu ihrer späteren Berufung zu finden.

Denn in diesem Versäumnis erkenne ich eines der Hauptmerkmale, warum Menschen im Zusammenwirken von Anerkennungsdefiziten, beruflicher Orientierungslosigkeit und in Unkenntnissen von Ursachen und Wirkungen, in der Vergangenheit bis hin in die Gegenwart, in Kindern stets das Ventil fanden/finden um dort den eigenen Frust der eigene Verletzungen abzuleiten.

Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Zusammenhänge allen Mitmenschen vermittelbar sind und wir daher zum Schutz von Kindern und Gesellschaft ein neuartiges Bildungsbewusstsein benötigen.

Auch dazu habe ich mir längere Zeit Gedanken gemacht und habe eine im Buch beschriebene visionäre "Schulform" entwickelt, die ich lange Zeit für einzigartig hielt.
Sieh auch: Ideen für Morgen
Doch wurde ich inzwischen darauf aufmerksam gemacht, dass es in der Schweiz eine anerkannte "Privatschule" gibt, die bereits seit 30 Jahren überaus erfolgreich mit einem ähnlichen Konzept arbeitet wie ich eine solche Schule der Zukunft nur mehr als "Begegnungsstätten" deklariert habe.

Natürlich wäre die Annahme illusorisch, unser Bildungssystem von Null auf Hundert hinsichtlich visionärer Schulformen "umzukrempeln", aber wir könnten und sollten uns zumindest gemeinsam dafür einsetzen, dass unsere Bildungsverantwortlichen derartige Pilotprojekte unterstützen, sofern sich auf regionaler Ebene genügend interessierte Menschen zusammenfinden, um gemeinsam parallel zu unseren Regelschulen solche "Begegnungsstätten" zu ermöglichen.

Ich wäre sehr froh, wenn Sie mir dahingehend folgen, oder zumindest in den ersten genannten Punkten Ihre Unterstützung geben könnten und sich - Ihren Möglichkeiten gemäß - an der Verbreitung dieser Initiative in der öffentlichen Wahrnehmung beteiligen.
Ihre Mitwirkung ist auch in Hinsicht auf Ihre Vorbildfunktion wichtig, unseren Mitbürgern die Hemmschwelle zu nehmen, um sich gleichfalls dieser Initiative anzuschließen.
Selbstverständlich stehe ich Ihnen weiter für vertiefende Gespräche zur Verfügung.

Einstweilen verbleibe ich mit besten Grüßen aus Alzenau
Klaus Klüber

Klaus
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Re: Blick über den Zaun - Uni Hamburg

Beitrag von Klaus » Mi 7. Jun 2017, 14:47

Und hier die Antwort:


Sehr geehrter Herr Klüber,

haben Sie herzlichen Dank für ihr ausführliches und interessantes Schreiben
vom 28. Mai 2017. Als Mitglied des Sprecher_innen-Teams des Schulverbunds
'Blick über den Zaun' möchte ich Ihnen auf diesem Wege eine kurze
Rückmeldung zu diesem Schreiben und Ihrer damit verbundenen Anfrage geben.

Ihr Engagement für die Belange des Kindeswohls und die Überwindung der damit
leider immer noch verbundenen Missstände halten wir für vorbildlich und für
gesellschaftlich notwendig. Gleiches gilt unserer Überzeugung nach für Ihre
Überlegungen hinsichtlich einer grundlegenden Schulreform. Als bundesweiter
Zusammenschluss reformorientierter Schulen setzen wir in beiden
Themenbereichen besondere Akzente. So stand bei unserer letzten Tagung vor
einem Jahr in Göttingen u. a. das Thema Kinderrechte im Fokus, wir hatten
dazu Lothar Krappmann als Experten eingeladen, der über die
UN-Kinderrechtskonvention referierte.

Wir werden Ihre Initiative verbandsintern kommunizieren und wünschen Ihnen
für Ihre weitere Arbeit viel Freude und Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

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