Erste prägnante Erfahrung.

Hier kommt rein, was einmal rauskommen musste.
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Klaus
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Registriert: Sa 4. Feb 2017, 19:40

Erste prägnante Erfahrung.

Beitrag von Klaus » Sa 4. Feb 2017, 19:54

Nachfolgender Erlebnisbericht eines aufmerksamen Hospitanten dürfte, obwohl aus 2009, noch immer eine bezeichnende Situationsanalyse darstellen, die in ähnlichen Erfahrungen gewiss auch heute noch unseren Schulkindern das Leben zur Hölle macht. Mindestens aber mit Langzeitwirkung persönlichkeitsschädigend nachwirkt.

Hier der aufschlussreiche Bericht:


Notizen aus den Gefilden einer hessischen Grundschule
Von Moritz Menschlich


Zu Beginn dieses Jahres nahm ich an einer soziologischen Unterrichtshospitation an einer staatlichen Kasseler Grundschule, in einem Stadtquartier mit hübsch restaurierten Fachwerkshäuschen und schmucken Gärtchen drumherum, teil. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund tendierte in dieser Schule gegen Null.

Ich startete meine Hospitation mit der (Un-)Voreingenommenheit, daß an den Grundschulen die Welt sicher noch in den Fugen sei und es herzlich, kreativ und verständnisvoll zuginge.

In Bezug auf die Jahrgangsstufen 1 bis 4 hat sich meine Hoffnung voll und ganz erfüllt. Die Kinder, mit ihren Fragen, klugen Gedanken und Ideen, machten auf mich allesamt einen lebendigen und konstruktiven Eindruck, was sich im Unterricht – in der Zeit zwischen 7:50 und 13:05 Uhr – auf unterschiedliche Weise, individuell artikulierte.

Meine positive Erwartung kehrte sich jedoch ins genaue Gegenteil um, als mir etliche Lehrerinnen des 16-köpfigen Kollegiums, das bis auf einen Förderlehrer ausschließlich aus Frauen besteht, ihre Einstellungen gegenüber der nachwachsenden Generation und ihrer Erziehungsberechtigten verrieten.

Aus meinen Interviews, die sich zum Teil im Small-Talk entwickelten, konnte ich entnehmen, daß es für 2/3 der Lehrerinnen, einschließlich der Rektorin und der Konrektorin, vier Gruppen von Erzfeinden gibt:

1. Paradoxerweise die Kinder selbst, wenn diese den Lehrerinnen nicht den Liebes-Input
geben, den die Damen für sich beanspruchen.

2. Die betroffenen Eltern, die man gerne für die Lernschwächen ihrer Kinder verantwortlich macht, und die man sich am liebsten vom Leibe hält.

3. Journalistinnen und Journalisten sind nach weitläufiger Auffassung aus dem
Lehrkörper Verbreiter von Märchen und Lügengeschichten, wenn es beispielsweise um pädagogische Phänomene wie die intellektuelle Auffassungsgabe von Kleinkindern geht – auch eine Art von Resistenz gegenüber wissenschaftlicher Erkenntnis –, Zitat: „Ach, das glaub ich nicht, die Journalisten schreiben viel Unsinn, wenn der Tag lang ist.“

4. Leute meinesgleichen, die zwar paranoid-mißtrauisch beäugt werden, aber die man gewähren läßt, solange sie sich nicht in Konzeptfragen einmischen.

weiter lesen über nachstehenden Link:

http://de.indymedia.org/2009/04/247923.shtml

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